Quantentechnologie

Quanteninspirierte KI, die nicht auf Quantencomputer wartet

Das chinesische Start-up Qingxing hat in drei Monaten zwei Finanzierungsrunden für ein KI-Modell abgeschlossen, das auf GPUs statt Quantencomputern läuft.

Kurzantwort

Quanteninspirierte KI bezeichnet Modelle, die die Rechenlogik von Quantencomputern übernehmen, im Produktivbetrieb aber auf gewöhnlichen Grafikprozessoren laufen. Der Ansatz soll Unternehmen Effizienzgewinne ermöglichen, ohne auf die Reife universeller Quantenhardware zu warten. Neue Finanzierungen für das chinesische Start-up Qingxing gelten als Zeichen für das wachsende Interesse an diesem Feld.

Das Wichtigste

  • Das Pekinger Unternehmen Qingxing hat in drei Monaten zwei Finanzierungsrunden abgeschlossen, um quanteninspirierte KI zu entwickeln.
  • Das Modell RiverONE des Unternehmens ist darauf ausgelegt, ohne Quantenhardware auf gewöhnlichen GPUs zu laufen.
  • Qingxing arbeitet an der Hardwarekompatibilität mit chinesischen Chipherstellern wie Biren Technology und MetaX.
Ein Mikrochip auf einer grün-schwarzen Leiterplatte
Foto: Jeremy Waterhouse / Pexels

2 Min. Lesezeit

Qingxing Heterogeneous Computing, das seine Wurzeln an der Tsinghua-Universität hat, hat laut The Quantum Insider bekannt gegeben, innerhalb von drei Monaten zwei Finanzierungsrunden zur Entwicklung quanteninspirierter KI abgeschlossen zu haben; die Gesamtsumme beläuft sich auf rund 100 Millionen Yuan (etwa 14,9 Millionen US-Dollar).

Was bedeutet der quanteninspirierte Ansatz?

Dem Bericht zufolge nutzt Qingxing beim Training der Modelle simulierte Quantenrechenverfahren; nach Abschluss des Trainings läuft das Modell jedoch auf gewöhnlichen Grafikprozessoren (GPUs), ohne einen Quantencomputer in Echtzeit zu benötigen. Das eröffnet Unternehmen einen Weg zu kommerziellen Produkten, ohne auf die Reife universeller Quantenhardware warten zu müssen.

Partnerschaften mit Chipherstellern

The Quantum Insider berichtete, dass Qingxing mit chinesischen Chipherstellern wie Biren Technology und MetaX zusammenarbeitet, um seine Modelle an unterschiedliche Hardware anzupassen, die Umsätze aus diesen Partnerschaften jedoch nicht offengelegt wurden. Laut dem Bericht hatte das Unternehmen zuvor auch eine Zusammenarbeit mit AMD vereinbart.

Was sollten Softwareteams daraus mitnehmen?

Das Ziel, Modelle kleiner zu machen, ist auch für Unternehmen interessant, die ihre Cloud-Rechenkosten senken wollen: Ein Modell, das dieselbe Aufgabe mit weniger Parametern erledigt, kann auch Serverkosten und Latenz verringern.

Der Bericht selbst enthält einen Vorbehalt: Er nennt nicht, welche unabhängige Stelle den Vergleich durchgeführt hat, und betont, dass das Ergebnis auf einer einzigen spezialisierten Aufgabe beruht.

  • Nehmen Sie Ansätze, die auf vorhandenen GPUs laufen, statt auf Quantenhardware zu warten, in den Blick Ihres F&E-Teams.
  • Stützen Sie Produktentscheidungen nicht ohne unabhängige Überprüfung auf Leistungsvergleiche aus Finanzierungsmeldungen.
  • Beobachten Sie Partnerschaften zur Chipkompatibilität als Indikator für die kommerzielle Reife der Technologie.

Häufige Fragen

Nutzt quanteninspirierte KI einen echten Quantencomputer?
Nein. Während der Entwicklung des Modells wird Quantenrechnen simuliert, die im Produktivbetrieb eingesetzte Version läuft jedoch auf gewöhnlichen Grafikprozessoren (GPUs).

Quellen

  1. The Quantum Insider ·

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