Kurzantwort
Das KI-Unternehmen Anthropic hat mit Akamai eine mehrjährige Vereinbarung im Milliardenvolumen über Cloud- und Prozessorinfrastruktur geschlossen. Es ist der größte Vertrag in der Geschichte von Akamai und umfasst einen Optionsschein, der Anthropic eine wachsende Kapitalbeteiligung verschafft. Er ist das jüngste Beispiel für ein Finanzierungsmodell, bei dem KI-Labore und Infrastrukturanbieter eine Lieferbeziehung in eine Partnerschaft verwandeln.
Das Wichtigste
- Anthropic zahlt über sieben Jahre 11,6 Milliarden US-Dollar für die Cloud-Infrastruktur von Akamai – mehr als das Sechsfache des ursprünglichen, im Mai diskutierten Deals über 1,8 Milliarden US-Dollar.
- Der Deal umfasst einen Optionsschein, der Anthropic das Recht auf bis zu rund 5 % der Akamai-Aktien gibt; erstmals hat Akamai einen Cloud-Deal mit einem Optionsschein verknüpft.
- Die Akamai-Aktie stieg nach der Ankündigung im nachbörslichen Handel um bis zu 17 %.

3 Min. Lesezeit
Das KI-Unternehmen Anthropic hat eine Vereinbarung über sieben Jahre und 11,6 Milliarden US-Dollar zur Nutzung der Cloud- und Prozessorinfrastruktur von Akamai unterzeichnet. Wie TechCrunch berichtet, ist es der größte Deal in der Geschichte von Akamai. Die Zusage gilt nicht bedingungslos: Sie hängt davon ab, dass Akamai bestimmte Liefer- und Laufzeitbedingungen erfüllt, und beide Seiten können die Vereinbarung unter bestimmten Voraussetzungen kündigen.
Wie bemerkenswert ist die Größe des Deals?
Die Summe ist mehr als sechsmal so hoch wie der ursprüngliche Deal über 1,8 Milliarden US-Dollar, über den Bloomberg im Mai berichtet hatte. Akamai wird im Rahmen der Vereinbarung in den Ausbau seiner Infrastruktur investieren und kündigte an, auch die Investitionsausgaben in diesem Jahr zu erhöhen, um Komponenten wie Arbeitsspeicher vorab einzukaufen.
Warum CPUs statt GPUs?
Ein bemerkenswerter Aspekt des Deals ist der Fokus auf CPUs (Universalprozessoren), ein Bereich, der bei Investitionen in KI-Infrastruktur weniger im Vordergrund steht. Akamai sagte nicht genau, wofür Anthropic die Kapazität nutzen wird; bekannt ist jedoch, dass die Nachfrage nach CPUs steigt, da KI-Agenten Aufgaben wie das Ausführen von Code und das Surfen im Web übernehmen.
Ab wann verdient Akamai an dem Deal?
Akamai wird in diesem Jahr keine Umsätze aus dem Deal erzielen; in einer Telefonkonferenz mit Investoren sagten Führungskräfte, sie erwarteten, dass die Umsätze bis Ende 2028 eine annualisierte Rate von 1,7 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Vereinbarung gewährt Anthropic zudem einen Optionsschein auf Akamai-Aktien, der in 7,7 Millionen Stammaktien umgewandelt werden kann – das entspricht bis zu rund 5 % der ausstehenden Aktien des Unternehmens. Ein Teil dieses Rechts wird mit der ersten Zahlung von Anthropic unverfallbar, der Rest wird schrittweise freigeschaltet, wenn Anthropic seine Ausgaben erhöht. Nach der Ankündigung stieg die Akamai-Aktie im nachbörslichen Handel um bis zu 17 %.
Ist das ein neues Muster für KI-Deals?
Üblicherweise investieren Chiphersteller und Cloud-Anbieter direkt in die KI-Labore, die ihre Produkte kaufen; hier gibt der Zulieferer Akamai seinem Kunden Anthropic eine Kapitalbeteiligung, die mit dem Kunden wächst – ähnlich der Struktur, die AMD zuvor mit OpenAI vereinbart hatte. Anthropic hat ähnliche, an Chip- oder Cloud-Kapazität gekoppelte Investitionsvereinbarungen auch mit Amazon, Google, Microsoft und AMD; CEO Dario Amodei hatte gesagt, das Unternehmen beteilige sich an solchen Deals nicht in so großem Umfang wie manche andere Unternehmen.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Für die Leserinnen und Leser von UNIT Journal ist nicht die Höhe der Summe die zentrale Botschaft, sondern die Struktur selbst. Große KI-Labore decken Infrastrukturkosten inzwischen mit Kapitalbeteiligungen und langfristigen Zusagen statt mit Bargeld – ein Modell, das ihnen helfen soll, die Preise für ihre Dienste kurzfristig niedrig zu halten. Für Unternehmen, die mithilfe von KI-Tools oder Cloud-Diensten wachsen, ergeben sich folgende Lehren:
- Verfolgen Sie, wie Ihr KI-Anbieter seine Infrastrukturkosten finanziert; wechselseitige Investitionsdeals wie dieser können langfristig die Preisgestaltung und die Serviceprioritäten des Anbieters beeinflussen.
- Nutzen Sie beim Abschluss mehrjähriger Cloud- oder KI-Verträge Ausstiegsklauseln als Vorbild für Ihre eigenen Verträge, etwa das Kündigungsrecht, wenn die Gegenseite ihre Lieferbedingungen nicht erfüllen kann.
- Die steigende CPU-Nachfrage zeigt, dass die Verbreitung von KI-Agenten nicht nur die Modellkosten erhöht, sondern auch den Bedarf an allgemeiner Rechenleistung im Hintergrund; berücksichtigen Sie dies in der Budgetplanung.
Häufige Fragen
- Bedeutet dieser Deal, dass Anthropic nun allein von Akamai abhängig ist?
- Nein. Anthropic hat ähnlich strukturierte Cloud- oder Chip-Deals auch mit Amazon, Google, Microsoft und AMD; der Akamai-Deal ist der größte Baustein, der dieser Multi-Anbieter-Strategie hinzugefügt wurde.
Quellen
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