Kurzantwort
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hat ein von QUDORA geführtes Konsortium ausgewählt, das einen großskaligen Quantencomputer auf Basis der Ionenfallen-Technologie entwickeln soll. Das Projekt ist Teil des europäischen Ziels der Unabhängigkeit auf dem Weg zum fehlertoleranten Quantencomputing und zeigt zugleich, dass sich die Technologie noch im Forschungsstadium befindet.
Das Wichtigste
- Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 122 Millionen Euro und verteilt sich auf sieben Partner.
- Ziel: mindestens 1.000 physische und mindestens 50 logische Qubits.
- Deutschland will bis 2030 mindestens 2 fehlertolerante Quantencomputer bauen.
2 Min. Lesezeit
Deutschland hat im Wettlauf um Quantencomputer einen neuen Schritt gemacht. Laut einer von The Quantum Insider veröffentlichten Mitteilung hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) das Projekt NFQC-1k eines von QUDORA geführten Konsortiums aus sieben Partnern ausgewählt. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 122 Millionen Euro.
Was will das Projekt erreichen?
NFQC-1k soll ein Demonstrationssystem für einen Quantencomputer auf Basis der Ionenfallen-Technologie bauen, mit mindestens 1.000 einzeln adressierbaren physischen Qubits und mindestens 50 logischen Qubits. Angestrebt wird eine logische Gatterfehlerrate von unter 0,01 Prozent. Die Leistung des Systems wird mit der Quanten-Fourier-Transformation überprüft, einem der grundlegenden Bausteine von Quantenalgorithmen. Parallel dazu wird eine Pilotfertigungslinie für Hochleistungs-Quantenprozessoren aufgebaut.
Warum ist das wichtig?
Das Projekt ist Teil der Hightech Agenda Deutschland. Die Bundesregierung will bis 2030 mindestens 2 fehlertolerante Quantencomputer auf europäischem Spitzenniveau bauen und setzt dabei parallel auf drei Hardware-Ansätze: neutrale Atome, supraleitende Schaltkreise und Ionenfallen. Die Förderung läuft über bis zu fünf Jahre.
Fehlertoleranz ist kein Meilenstein, den man durch die Verbesserung eines einzelnen Qubits erreicht. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, eine Architektur zu bauen, in der Tausende robuster Qubits gesteuert werden können und zuverlässig arbeiten, ohne dass das System beim Skalieren auseinanderfällt. — Amado Bautista-Salvador, CEO von QUDORA
Was bedeutet das für Unternehmen?
Quantencomputer sind noch nicht reif für alltägliche Geschäftsanwendungen; Projekte wie dieses zeigen, dass sich die Technologie noch im Stadium staatlich geförderter Forschung befindet. Für Unternehmen aus Bereichen wie Arzneimittelentwicklung, Logistikoptimierung und Materialwissenschaft kann es jedoch sinnvoll sein, die Entwicklungen zu verfolgen und dem Thema in ihrer langfristigen Technologieplanung Raum zu geben.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen einem physischen und einem logischen Qubit?
- Ein physisches Qubit ist eine einzelne Einheit in der Hardware und fehleranfällig. Ein logisches Qubit ist eine zuverlässigere Einheit, die entsteht, wenn viele physische Qubits mithilfe von Fehlerkorrektur zusammenarbeiten.
- Wann wird dieser Computer nutzbar sein?
- Die Förderung läuft über bis zu fünf Jahre, und das Konsortium reicht zunächst seinen vollständigen Antrag ein. Langfristiges Ziel ist ein System, das in Deutschland und Europa wirtschaftlich genutzt werden kann.
Quellen
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