Kurzantwort
Daten aus dem Verlagsnetzwerk des Analyseunternehmens Chartbeat zeigen, dass der Traffic aus der Google-Suche rasch schwindet, während direkte Besuche und über Messenger-Apps geteilte Links zunehmen. Besuche über KI-Chat-Tools machen nur einen kleinen Anteil aus, sind aber ein Kanal, den man beobachten sollte. Für Marketing- und Content-Teams ist das Fazit klar: Auf die Suche allein kann man sich nicht mehr verlassen.
Das Wichtigste
- Der Traffic von der Google-Suche zu Verlagen ist im vergangenen Jahr um 40,2 % gesunken.
- Der Anteil der Suche an allen Seitenaufrufen fiel von 9 % auf 5 %.
- Verweise aus KI-Chat-Tools sind in zwei Jahren um das 8-Fache gestiegen, ihr Anteil liegt aber noch bei rund 0,01 %.

2 Min. Lesezeit
Der Rückgang des Suchtraffics bei Verlagen setzt sich fort und beschleunigt sich. Laut Search Engine Journal zeigt der Publisher Guide 2026 des Analyseunternehmens Chartbeat, dass die Besuche aus der Google-Suche im vergangenen Jahr noch schneller zurückgegangen sind.
Was sagen die Zahlen?
Im Verlagsnetzwerk von Chartbeat sank der Traffic aus der Google-Suche im Zeitraum Juli 2025 bis Juli 2026 im Jahresvergleich um 40,2 %; im Vorjahr hatte der Rückgang 21,9 % betragen. Auch bei Google Discover verstärkte sich der Rückgang in dieselbe Richtung. Im selben Zeitraum fiel der Anteil der Suche an allen Seitenaufrufen des Netzwerks von 9 % auf 5 %.
Was tritt an die Stelle des Traffics?
Laut Chartbeat gehören direkte Besuche, die Navigation innerhalb der Website und über Messenger-Apps geteilte Links („Dark Social“) zu den wachsenden Kanälen. Der Bericht beschreibt diese als Kanäle, die Verlage „stärker kontrollieren“ können als Suche und soziale Medien.
- Verweise aus KI-Chat-Tools sind in zwei Jahren um das 8-Fache gestiegen, machen aber nur 0,01 % des Traffics aus.
- Laut dem Bericht sind generische, leicht zusammenzufassende Texte am anfälligsten für KI-Antworten; originäre Nachrichten sind widerstandsfähiger.
- Der Traffic treuer Leserinnen und Leser ist relativ stabil geblieben, während der Rückgang bei neuen Lesern deutlich ist.
Was sollten Marketing-Teams tun?
Eine Distributionsstrategie, die vom Suchtraffic abhängt, ist inzwischen fragil; direkt erreichbare Zielgruppen wie E-Mail-Newsletter, WhatsApp und Community-Kanäle sollten Priorität erhalten.
Gleichzeitig wäre es ein Fehler, die Suchmaschinenoptimierung aufzugeben: Der Bericht weist darauf hin, dass ChatGPT der KI-Anbieter ist, der den meisten Traffic bringt. SEO-Arbeit sollte also darauf abzielen, nicht nur bei Google, sondern nach der GEO/AEO-Logik auch in KI-Antworten sichtbar zu sein – allerdings als einer von mehreren Kanälen und nicht als einziger.
Häufige Fragen
- Bedeutet das, dass SEO nicht mehr funktioniert?
- Nein; die Suche ist weiterhin ein wichtiger Kanal, aber ihr Anteil schrumpft. Der Bericht empfiehlt, SEO als einen von mehreren Kanälen zu behandeln.
- Sind KI-Chat-Tools eine wichtige Trafficquelle für Verlage?
- Noch nicht; ihr Anteil liegt bei rund 0,01 %. Wegen ihrer Wachstumsrate und des relativen Einflusses von ChatGPT sind sie aber ein Kanal, den man beobachten sollte.
Quellen
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