Kurzantwort
Ein Feldexperiment der University of Pennsylvania und der Northeastern University zeigt: Personen, deren Suchen in Googles KI-Modus umgeleitet wurden, klickten deutlich seltener auf andere Websites als Personen mit normaler Google-Suche. Die Teilnehmenden bewerteten zudem ihr Vertrauen in Googles Informationen und ihre Zufriedenheit niedriger. Der Befund legt nahe, dass Marken und Verlage ihre Traffic-Planung überdenken sollten.
Das Wichtigste
- Das Experiment verfolgte 1.100 US-Teilnehmende per Browser-Erweiterung über eine dreitägige Basisphase und sieben Tage mit Intervention.
- Wer in den KI-Modus umgeleitet wurde, klickte 18,8 Prozentpunkte seltener auf andere Websites als bei normaler Google-Suche.
- In der Basisphase nutzten die Teilnehmenden den KI-Modus nur bei 0,6 Prozent ihrer Suchen — die Studie beschreibt ihr Setup daher als 'erzwungenes Vollszenario'.
- Googles Such-Vizepräsidentin Liz Reid schrieb im August 2025, das organische Klickvolumen von der Suche zu Websites sei im Jahresvergleich 'relativ stabil' geblieben.

2 Min. LesezeitChefredakteur: Uğur Deniz İlhan
Googles KI-gestützter KI-Modus soll Nutzer auf der Suchergebnisseite halten — ein neues Feldexperiment zeigt, was das für den Traffic anderer Websites bedeutet. Laut Search Engine Journal verfolgten Forscher der University of Pennsylvania und der Northeastern University 1.100 US-Teilnehmende per Browser-Erweiterung.
Wie war das Experiment aufgebaut?
Die Teilnehmenden suchten zunächst drei Tage lang normal; in dieser Basisphase kam der KI-Modus nur bei 0,6 Prozent der Suchen zum Einsatz. In den folgenden sieben Tagen wurden die Suchen einer Gruppe zwangsweise in den KI-Modus umgeleitet. Die Forscher beschreiben dieses Setup als 'erzwungenes Vollszenario' — es misst nicht das heutige durchschnittliche Nutzerverhalten, sondern simuliert eine Zukunft, in der alle auf den KI-Modus umgestiegen sind.
Was zeigen die Zahlen?
Teilnehmende im KI-Modus klickten 18,8 Prozentpunkte seltener auf andere Websites als die Gruppe mit normaler Google-Suche. Dieselbe Gruppe bewertete auch ihr Vertrauen in Googles Informationen und ihre Zufriedenheit mit der Sucherfahrung niedriger.
Wie passt das zu Googles eigener Aussage?
Googles Such-Vizepräsidentin Liz Reid schrieb im August 2025, das organische Klickvolumen von der Suche zu Websites sei im Jahresvergleich 'relativ stabil' geblieben. Die Forscher weisen darauf hin, dass ihre Studie ein anderes Szenario misst — Suchen, die gezielt in den KI-Modus umgeleitet wurden. Das Ergebnis ist daher keine Prognose für den Traffic einer einzelnen Website, sondern ein Beispiel dafür, wie eine vollständige Umstellung aussehen könnte.
Was bedeutet das für Marken und Verlage?
- Websites, die von Suchtraffic abhängen, sollten einen möglichen Klickrückgang in ihre Szenarioplanung einbeziehen, sobald der KI-Modus stärker genutzt wird.
- Markensichtbarkeit sollte nicht nur am Ranking gemessen werden, sondern daran, ob KI-Antworten die Marke korrekt und aktuell zitieren.
- Investitionen in direkten Traffic, E-Mail und In-App-Kontaktpunkte, die nicht von Google abhängen, verringern die Abhängigkeit von einem einzigen Suchkanal.
Häufige Fragen
- Bedeutet das, dass mein Traffic sofort sinkt?
- Nicht unmittelbar. Das Experiment simulierte eine erzwungene, vollständige Umstellung auf den KI-Modus; heute wählen ihn nur wenige Nutzer. Der Befund zeigt ein Risiko, das mit zunehmender Verbreitung wachsen könnte.
Quellen
- Search Engine Journal ·
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