Kurzantwort
Truecaller öffnet die über mehr als ein Jahrzehnt im Anrufer-Kennungsgeschäft gesammelten Betrugsdaten nun über ein Web-Tool, das weder App noch Konto voraussetzt. Nutzer können eine verdächtige Nummer, einen Link oder eine Nachricht einfügen und erhalten Ergebnisse aus Community-Meldungen. Der Schritt reagiert darauf, dass sich Betrug vom Telefonanruf zu Messaging-Apps verlagert hat.
Das Wichtigste
- Truecaller kündigte Scam Checker an, ein anmeldefreies Web-Tool auf Basis der Daten seiner mehr als 500 Millionen Nutzer; Start zunächst in Indien, dann Ausweitung auf Lateinamerika, den Nahen Osten und Afrika sowie Südostasien.
- Das Unternehmen erklärte, es habe zwischen dem 14. und 20. September weltweit 12,9 Milliarden Nachrichten ausgewertet und 20,3 Millionen davon als betrügerisch eingestuft.
- Einer GSMA-Umfrage zufolge wurden 46 % der Betrugsopfer über Messaging-Apps angesprochen, 37 % über SMS und 32 % über Sprachanrufe.

2 Min. LesezeitChefredakteur: Uğur Deniz İlhan
Truecaller, das seit über einem Jahrzehnt sein Geschäft mit Anrufer-Kennung aufbaut, bringt die dabei gesammelte Betrugsdaten nun über die eigene App hinaus. Laut TechCrunch startete das Unternehmen am Sonntag Scam Checker, ein Web- und Android-Tool, das ohne App-Download oder Anmeldung funktioniert.
Wie funktioniert Scam Checker?
Nutzer fügen eine verdächtige Telefonnummer, einen Link oder eine vollständige Nachricht in das Tool ein, das verkürzte Links auflöst und Weiterleitungen verfolgt, bevor es sie mit Truecallers eigener Risikodatenbank und den Community-Meldungen aus ScamFeed abgleicht. Ausführlichere Informationen, etwa der zu einer Nummer gehörende Name, bleiben nur über die Haupt-App verfügbar, die eine Anmeldung erfordert. Das Tool startet zunächst in Indien und wird anschließend auf Lateinamerika, den Nahen Osten und Afrika sowie Südostasien ausgeweitet.
Warum geht das Unternehmen über die Anrufer-Kennung hinaus?
Truecaller-CEO Rishit Jhunjhunwala sagt, Betrug bleibe nicht mehr auf einen Kanal beschränkt: Ein Link taucht bei WhatsApp auf, oder jemand wird gefragt, ob eine weitergeleitete Nachricht echt ist. Das Unternehmen schätzt, dass Nutzer monatlich rund 14 Millionen Websuchen durchführen, um verdächtige Nummern und Links zu prüfen — ein Verhalten, das den Start von Scam Checker geprägt hat. Truecallers ScamFeed-Community verzeichnet in Indien rund 20.000 aktive Betrugsmeldungen, wöchentlich kommen etwa 1.300 neue hinzu. Zwischen dem 14. und 20. September wertete Truecaller weltweit 12,9 Milliarden Nachrichten aus und stufte 20,3 Millionen davon als betrügerisch ein.
Warum wächst die Kanalvielfalt?
Einer 2025 in Indien durchgeführten GSMA-Umfrage zufolge wurden 46 % der Betrugsopfer über Messaging-Apps angesprochen, 37 % über SMS und 32 % über Sprachanrufe. Auch der Wettbewerb in Truecallers größtem Markt Indien, wo es mehr als 350 Millionen Nutzer hat, nimmt zu: Telekomanbieter führen den staatlich unterstützten Dienst Calling Name Presentation ein, während Apple und Google eigene Funktionen zur Anrufer-Kennung und Spam-Abwehr ergänzt haben. Indiens Telekomregulierer verpflichtete Anrufer-Kennungs-Apps vergangene Woche, nutzergemeldete Spam-Berichte mit Netzbetreibern zu teilen — ein Schritt, den Truecaller als 'einseitigen Austausch' kritisierte.
Häufige Fragen
- Braucht man ein Truecaller-Konto, um Scam Checker zu nutzen?
- Nein. Das Tool funktioniert im Web und auf Android ohne Anmeldung; ausführliche Informationen wie der zu einer Nummer gehörende Name bleiben in der Haupt-App, die ein Konto voraussetzt.
Quellen
- TechCrunch ·
Dem UNIT Journal folgen
Das Neueste aus Suche, KI und Technologie – jeden Tag in Ihrem Feed.


