Quantentechnologie

Atomstufen lenken supraleitende Vortizes

Japanische Forschende zeigen, dass atomhohe Oberflächenstufen supraleitende Vortizes lenken können – ein Schritt zu stromsparender Quantenhardware.

Kurzantwort

Ein Forschungszentrum in Japan hat gezeigt, dass atomhohe Stufen auf der Oberfläche eines dünnen Supraleiters die darin enthaltenen Quanten-Vortizes zwingen, in eine bestimmte Richtung zu fließen. Dieser Lenkungseffekt lässt sich über Temperatur und Magnetfeld einstellen. Der Befund ist grundlegende Materialforschung, die künftig zu stromsparenderer und stabilerer supraleitender Hardware beitragen könnte.

Das Wichtigste

  • Forschende des japanischen Research Center for Materials Nanoarchitectonics (MANA) fanden, dass atomare Stufen auf einem dünnen Supraleiter Vortizes in eine feste Richtung zwingen.
  • Bei mittleren Magnetfeldstärken bewegten sich die Vortizes entlang der Stufen mehr als 1.000-mal leichter als quer dazu.
  • Die Ergebnisse wurden am 30. Juli in Physical Review B veröffentlicht; der Lenkungseffekt lässt sich durch Temperatur- oder Magnetfeldänderung einstellen.
Nahaufnahme einer elektronischen Leiterplatte mit Mikrochip und Verbindungen
Foto: Ivan Chumak / Pexels

1 Min. LesezeitChefredakteur: Uğur Deniz İlhan

Ein Team des japanischen Research Center for Materials Nanoarchitectonics (MANA), das zum National Institute for Materials Science (NIMS) gehört, hat einen neuen Weg gefunden, die Quanten-Vortizes in Supraleitern zu lenken. Laut der Pressemitteilung des Instituts untersuchte das Team unter Leitung von Takashi Uchihashi einen ultradünnen Supraleiter mit regelmäßig angeordneten Atomstufen auf der Oberfläche.

Warum bewegen sich Vortizes entlang der Stufen leichter?

Supraleitende Vortizes sind winzige Quantenobjekte, die das Verhalten eines Supraleiters direkt beeinflussen; die Kontrolle ihrer Bewegungsrichtung ist deshalb wichtig für stromsparende supraleitende Technologien. Das Team bestätigte mittels Rastertunnelmikroskopie die parallelen Stufen und bildete Vortizes entlang dieser Stufen direkt ab. Vier-Punkt-Widerstandsmessungen zeigten, dass sich die Vortizes bei mittleren Magnetfeldstärken entlang der Stufen mehr als 1.000-mal leichter bewegten als quer dazu. Uchihashi sagte, atomar feine Stufen wirkten wie wirksame Schienen, die Vortizes lenken, und dieser Lenkungseffekt lasse sich einfach durch Ändern von Temperatur oder Magnetfeld einstellen. Die Ergebnisse wurden am 30. Juli in Physical Review B veröffentlicht.

Warum ist der Befund praktisch bedeutsam?

Das Team erklärt, atomhohe Oberflächenstufen könnten als wirksame Schienen für die Lenkung von Vortexbewegung und Wärmefluss dienen und eröffneten damit Möglichkeiten zur Kontrolle künftiger supraleitender Technologien. Solche Grundlagenforschung an Materialien ist unmittelbar mit dem Bedarf an stromsparenderen, stabileren Bauteilen auf dem Weg zur Kommerzialisierung von Quantenhardware verknüpft.

Quellen

  1. The Quantum Insider ·

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